Methodik und Stichprobenbeschreibung

Wissenschaftliches Personal und Schlüsselakteur/innen

Wissenschaftliches Personal und Schlüsselakteur/innen

Erhebungen zur Familienfreundlichkeit an
vier Fallhochschulen durch das Kompetenzzentrum Frauen in
Wissenschaft und Forschung CEWS

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Für die eigenen Erhebungen zur Wahrnehmung und Wirksamkeit familienfreundlicher Maßnahmen wurden vier deutsche  Hochschulen exemplarisch als Fallhochschulen ausgewählt: zwei Volluniversitäten aus Ost- und Süddeutschland, eine technische Volluniversität aus Westdeutschland und eine Fachhochschule aus Norddeutschland (Friedrich-Schiller-Universität Jena, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, RWTH Aachen und Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/ Holzminden/Göttingen).

Im Herbst 2012 startete an diesen Fallhochschulen die Befragung des wissenschaftlichen Personals zur Wahrnehmung und Wirksamkeit familienfreundlicher Maßnahmen auf individueller Ebene (Online-Befragung, Vollerhebung). Im Zentrum der Erhebungen standen Bekanntheit, Nutzung, Bedarf und Wirkung ausgewählter familienfreundlicher Angebote und Maßnahmen sowie das familienfreundliche Klima allgemein. In der Befragung wurden familienfreundliche Maßnahmen und Angebote berücksichtigt, die an mindestens drei der Fallhochschulen vorhanden sind ( siehe Tabelle oben (370 KB)).

Insgesamt beteiligten sich 1.642 der 14.203 über die Verteiler der Hochschulen für wissenschaftlich Beschäftigte und Promovierende eingeladenen Personen, der Rücklauf liegt damit bei rund 12 Prozent (wegen Dopplungen in den verwendeten E-Mail-Verteilern vermutlich etwas höher). Wissenschaftler sind in der Stichprobe insgesamt stärker vertreten als Wissenschaftlerinnen (53 % vs. 47 %), im Vergleich zur Grundgesamtheit aller vier Fallhochschulen sind Frauen jedoch überrepräsentiert. Der Anteil wissenschaftlich Beschäftigter mit und ohne Kind ist in der Gesamtstichprobe relativ ausgeglichen, variiert allerdings stark zwischen den vier Hochschulen (45-68 %). Die Mehrheit der Studienteilnehmenden mit Kind sind Eltern von noch im Haushalt lebenden Kindern unter 18 Jahren (87 %), der größte Teil davon (66%) hat kleine Kinder unter sieben Jahren. An der Studie hat sich mit 86 Prozent überwiegend der wissenschaftliche Nachwuchs beteiligt, dementsprechend hoch ist in der Stichprobe die Zahl der befristet Beschäftigten (79 %). In einer wissenschaftlichen Qualifizierungsphase befinden sich 60 Prozent aller Befragten. Das Durchschnittsalter beträgt rund 35 Jahre. Wissenschaftler/innen mit Kind sind dabei im Durchschnitt acht Jahre älter als jene ohne Kind (39 vs. 31 Jahre). Etwa fünf Prozent der Studienteilnehmenden sind derzeit für die Pflege eines Angehörigen verantwortlich (2 %) bzw. sind an der Pflege beteiligt (3 %).

In Gruppendiskussionen mit den wesentlichen Schlüsselpersonen auf Leitungs-, Entscheidungs- und Umsetzungsebene an den vier Fallhochschulen wurden Motivation und Ziele der Hochschulen sowie die Umsetzung und Wahrnehmung des Prozesses hin zu mehr Familienfreundlichkeit und die Einschätzung seiner Wirkung erhoben.

An den Diskussionen im Sommersemester 2013 nahmen Kanzler/innen, Präsident/innen und Prorektor/innen sowie Vertreter/innen der Dezernate und Prorektorate und der Familienbüros/Familienservicestellen teil; weiterhin Gleichstellungsbeauftragte und Personen aus Studentenwerken, Controlling, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie relevanten Projekten oder Beratungsstellen (pro Hochschule 6 bis 7 Personen). Die personale Zusammensetzung der Gruppen variierte zwischen den Hochschulen. Als Stimuli wurden aus den Forschungsfragen entwickelte Fragen, Zitate und Materialien in die Diskussion eingebracht. Ziel war es, ein inhaltlich auf die Forschungsfragen bezogenes selbstläufiges Gespräch anzustoßen, damit die Diskussionsteilnehmenden auch solche Themen und Aspekte ansprechen konnten, die den Forscher/innen vorab nicht bekannt waren. Alle Diskussionen wurden aufgezeichnet, protokolliert, vollständig transkribiert, anonymisiert und in Folge offen kodiert und qualitativ inhaltsanalytisch ausgewertet. Zur Wahrung der Anonymität wurden keine Vergleiche zwischen den Hochschulen vorgenommen. Alle Ergebnisse beruhen auf Aussagen der Diskussionsteilnehmenden.

Studierende

Studierende

Erhebungen zur Familienfreundlichkeit an
Studierenden durch das Deutsche
Zentrum für Hochschulforschung (DZHW)

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Um den Status quo der Studien- und Lebensbedingungen der Studierenden mit Kind zu untersuchen und um herauszufinden, welche Bedarfe studierende Eltern in Bezug auf die Vereinbarkeit ihres Studiums und ihrer Elternschaft haben, beziehungsweise wie verbreitet Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit sind, wurden im Rahmen des Projekts Effektiv zwei Studierendenbefragungen durchgeführt.

Für die erste Studierendenbefragung wurde das HISBUS-Panel des DZHW ausgewählt. HISBUS ist ein Online-Accesspanel, das circa 33.000 Studierende umfasst und bundesweit repräsentative Ergebnisse für die Gruppe der Studierenden ermöglicht. Im Oktober 2012 fand eine HISBUS-Befragung zum Thema Familienfreundlichkeit an deutschen Hochschulen statt. 12.465 Mitglieder des HISBUS-Panels haben sich an der Befragung beteiligt. Die Teilnahmequote lag bei rund 40 Prozent. Thematische Schwerpunkte der Befragung waren die Berufs- und Lebensziele der Studierenden, die aktuelle Lebenssituation sowie der Bedarf, die Nutzung und die Bewertung familienfreundlicher Maßnahmen an ihrer Hochschule.

Um für Studierende exemplarisch eine hochschulspezifische Analyse vornehmen zu können, wurde als zweite Studierendenbefragung eine Vollerhebung an der Fallhochschule Jena durchgeführt. Alle im Sommersemester 2013 an der Universität Jena Immatrikulierten wurden zur anonymen Onlinebefragung eingeladen. Der Fragekatalog entsprach weitestgehend der HISBUS-Umfrage. Fragen, die sich auf Unterstützungsmaßnahmen für Studierende mit Kind bezogen, waren auf die Angebote an der Universität Jena zugeschnitten. Es wurden auch hier sowohl Studierende mit Kind(ern) als auch Studierende, die (noch) keine Kinder haben, befragt. Von ihnen haben sich 2.956 Studierende beteiligt. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 18 Prozent.